die Tour

Reisebericht

 

4.2.01  Ankunft Kathmandu Airport, mein Gepäck war nicht im Flieger, mit dem Taxi
zum Hotel Utse in Tamel, sehr gute Unterkunft. Erste „Gehversuche“ in Kathmandu, tierischer Verkehr, viele Mopeds, viele Menschen, Linksverkehr, erst einmal
durchatmen, es ist eine andere Welt.

 

5.2.01 Ram, mein langjähriger nepalesicher Freund, holt mich im Hotel ab und wir
fahren gemeinsam mit einem Moped nach Bhaktapur. So lerne ich als  Sozius die Fahrgewohnheiten der Einheimischen schon einmal kennen. Nach einem
Stadtrundgang genießen wir einen Tee auf einer sonnenumfluteten Terrasse.
Weiter geht es nach Pashupatinat, der heiligsten Tempelanlage der Hindus, hier
werden auch die Verstorbenen verbrannt. Nicht weit davon entfernt ist die Stupa von Bodhnath, Tempel der Buddisten. Anschließend folgte eine Einladung zum Tee bei
der Familie von Ram.

 

6.2.01  Immer noch kein Gepäck, deswegen  geht es heute wiederum gemeinsan
auf einem Moped nach Patan, am Nachmittag  nach Swayambhunat, riesige buddistische Tempelanlage auf einer Anhöhe, sehr gute Aussicht auf Kathmandu.

 

7.2.01  Warten auf das Gepäck. Kathmandu wird mir immer vertrauter. Ich verbringe
den Tag mit Rikshafahrten und Wanderungen durch die Stadt, genieße die
Atmosphäre.

 

8.2.01 Ich hole mein „eigenes Moped“ eine Honda Hero, ganz gut für die hiesigen  Verhältnisse. Wir fahren nach Dhulikhel am südöstlichen Teil des Kathmandutales, toller Blick auf die Berge. Wir verlassen die Straße und fahren Offroad nach  Namobuddha. Dann geht es weiter nach Panauti, ein wenig touristisch erschlosserner Ort, ruhig
an einem Fluss gelegen.

 

9.2.01 Es geht über den Prithvi Highway in Richtung Westen nach Pokhara. Vor uns
190 km Berge, Schluchten, Berge, Kurven, Berge, Kurven... meistens asphaltierte Straße. Wir wollen vor Einbruch der Dunkelheit ankommen und fahren zügig ohne
große Pausen, dennoch brauchen wir 6 Stunden.

 

10.2.01 Pokhara ist ganz anders als Kathmandu, ruhiger an einem See gelegen,  Ausgangspunkt für viele Trekker. Wir fahren mit einem kleinen Boot über den See
und „erklimmen“ den Berg zur Friedenspagoda. Wundervolle Aussicht auf die Stadt
und die umliegenden Berge.

 

11.2.01 Unser heutiges Ziel ist Tansen, ein touristisch unerschlossener Ort in
2000m Höhe. Ankunft nach ca. 6 Stunden und 150 km Piste, überwiegend Schotter. Abends war dann Stromausfall und Candelligth Dinner.

 

12.2.01  Früher Aufbruch zur Fahrt nach Lumbini, der Geburtsstätte von Buddha.  Herrliche Straße die abwärts in´s Terrai führt. Der alte Teil der Anlage ist sehr beeindruckend, überall Mönche und Gebetsfahnen. Nach Einbruch der Dunkelheit
wurden an einem kleinen See tausende Öllämpchen angezündet.

 

13.2.01 Wir fahren über Butwal durch fruchtbare, landwirtschaftlich genutztes Gebiet
zum Royal Chitwan National Park. Wir lassen die Motorräder bei einem Bauern
stehen und gehen zu Fuß entlang des Flusses bis wir nach ca. 40 Min. an einen  Bootsanleger gelangen. Wir werden von einem schmalen Boot abgeholt und zur
Lodge gebracht, die sehr komfortabel im Dschungel liegt. Geführte Wanderung
durch den Urwald, es wimmelt von Vögeln und Kleinwild. Am Flussufer liegen
Krokodile in der Abendsonne, wir gehen zu den Elefanten, die uns am nächsten
Morgen durch den Busch tragen sollen.

 

14.2.01 Um 5.00 ist Wecken, es gibt einen Tee und Gebäck, 6.00 bei Tagesanbruch Aufsitzen zum anderthalbstündigen Elefantenritt. Wir sehen viele Vogelarten, ein
riesiges Rhino und Rotwild, der Tiger ist im Busch zu hören. Nach einem
ausgiebigen Frühstück geht es wieder per Boot und zu Fuß zu den Motorrädern. Die Maschine von Ram gibt nach 5 km ihren Geist auf. Er lässt sich zur nächsten
Werkstatt „schleppen“, ca. 20 km. Dort wird ein Schaden festgestellt, der vor Ort
nicht zu Beheben ist. Wir beschließen uns zu trennen, er fährt mit einem Pikup direkt  nach Kathmandu, ich nehme den weitaus schöneren Weg über Hetauda. Von hier geht
die alte Verbindungsstraße Kathmandu – Indien quer durch die Berge. Die Straße
ist wenig befahren, trotzdem in meist gutem Zustand. In Daman sieht man aus
einer Höhe von ca.2800 den Mt. Everest. Über Naubise geht es dann weiter nach Kathmandu.

 

15.2.01 Ram hat mitlerweile ein anderes Moped und wir fahren nach Dakshinkali,
dem Austragungsort blutiger Opferrituale. Zurück geht es Offroad über Kirtipur 
zurück nach Kathmandu.

 

16.2.01 Morgens um sieben gönne ich mir einen Rundflug über das Dach der Welt.
Für 100 US$ geht es 1 Stunde durch die höchsten Berge der Welt, ein toller und informativer Flug.  Gegen 10.00 Uhr brechen wir zu unserem letzten Trip auf. Über  Changu Narayan, der ältesten Tempelanlage im Kathmandutal, fahren wir nach
Nagarkot. Hier gibt es den schönsten Sonnenaufgang (wenn es ihn gibt) mit Blick
auf den Mt. Everest. Sehr gutes Hotel und zumindest einen schönen
Sonnenuntergang.

 

17.2.01 Aufbruch Richtung Norden nach Tibet, bzw. zur tibetischen Grenze. Durch
wilde Schluchten geht es nach anfangs asphaltierter Straße zur Borderline. In
Kodari, an der Brücke der Freundschaft ist für Touristen ohne Visa Endstation. Der Grenzverlauf ist in der Mitte der Brücke, es gelingt mir, mit einem Bein nach Tibet einzureisen. Die Fahrt hierher hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Abends landen
wir dann ziemlich erschöpft im Hotel Utse in Kathmandu.

 

18.2.01 Den letzten Tag in Kathmandu (es wird sicherlich nicht der letzte bleiben)  verbringe ich mit Müßiggang mit wenig sitzenden Pausen, das Moped hat seine
Spuren hinterlassen. Am Abend treffe ich mich mit Ram und seiner Familie zum
stilvollen Dinner in einem tollen, nepalesichen Restaurant, es gibt Dalbath. Wir
verbringen einen schönen Abschiedsabend.

 

19.2.01 Rückflug nach Köln, mit der Gewissheit, dieses Land und diese Leute nicht
zum letzten Mal gesehen zu haben.